Newsletter Ausgabe 38 | Januar – Februar 2021

Schock im Tourismussektor treibt Rezession

Das reale BIP sank im Jahr 2020 um 5,1%, getrieben von einem Rückgang der Exporte und Investitionen. Zum Vergleich: zu Beginn des Jahres wurde ein Wachstum von 4,3% prognostiziert. Die Dienstleistungsexporte sanken um mehr als 60%, da der internationale Tourismus zum Erliegen kam und die damit verbundenen wichtigen Einnahmen einbrachen. Dies trieb das Leistungsbilanzdefizit auf 9,8% des BIP. Vor dem Hintergrund der Steuereinnahmeverluste und antizyklischer Ausgaben lag das öffentliche Defizit bei 9,0% des BIP. Dies war teilweise das Ergebnis eines umfangreichen Konjunkturpakets. Zusammen ergaben sich somit hohe Zwillingsdefizite. Deren prognostizierte Reduzierung ist für die künftige wirtschaftliche Stabilität von großer Bedeutung. Der Leitzins der NBG wurde auf 8,0% gesenkt. Die Rolle der traditionellen geldpolitischen Instrumente ist jedoch durch ihre negativen Auswirkungen auf den Wechselkurs und die Inflation, den hohen Grad der Dollarisierung und das Konjunkturpaket begrenzt. Die Pandemie verdeutlicht die hohe Abhängigkeit der Wirtschaft von Dienstleistungen, insbesondere vom Tourismus. Eine stärker diversifizierte Wirtschaft ist entscheidend für eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen zukünftige Schocks.

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