Newsletter Ausgabe 149 | März 2021

Exportfinanzierung der Ukraine: Es besteht Reformbedarf

Staatliche Exportförderung gilt als ein besonders wichtiges Instrument, um der nationalen Exportwirtschaft Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten und Einbeziehung in internationale Lieferketten zu sichern. Solche Maßnahmen lassen sich grob in drei große Segmente zusammenfassen: Exportinformationen, Exportfinanzierung und Kreditversicherung. Idealerweise sind sie Bestandteil einer nationalen Exportstrategie. Im Einzelnen reichen die Maßnahmen von der Unterstützung von Messeteilnahmen, über Informationen über Länderrisiken, Marktstrukturen und Marktzugangsbedingungen, bis zur Finanzierung von Exportproduktion und kurz-, mittel- oder langfristiger Exportfinanzierung, abgesichert durch staatliche oder private Kreditversicherung.

Das German Economic Team hat bereits seit mehreren Jahren die Ukraine bei Fragen der Exportförderung beraten, wobei ein besonderes Schwergewicht auf der Schaffung einer staatlichen Exportkreditagentur lag. Um die tatsächlichen Probleme exportierender Unternehmen besser analysieren zu können, wurde eine Unternehmensbefragung in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer und der Ukrainischen Industrie- und Handelskammer durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Engpässe im Bereich der Exportfinanzierung, die zusammenkommen mit geringer Kenntnis vieler Unternehmen über Exportchancen und Formen der möglichen Unterstützung. Die noch junge und aufgrund rechtlicher Beschränkungen nicht vollständig operative Exportkreditagentur erweist sich dabei als besondere Schwachstelle.

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