Newsletter Ausgabe 148 | Februar 2021

Kohletransformation: Stand und Perspektiven

Auch die Ukraine wird in absehbarer Zeit aus der Förderung und Nutzung von Kohle aussteigen müssen. Die Gründe hierfür sind sowohl ökologischer als auch ökonomischer Art. Die Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung und Stahlproduktion erzeugt erhebliche CO2-Emissionen. Gleichzeitig ist die Förderung ukrainischer Kohle aufgrund ungünstiger geologischer Grundbedingungen zu kostenintensiv. Insbesondere die in staatlicher Hand verbliebenen Minen sind hoch defizitär und tragen trotz hoher Subventionen nur noch einen geringen Anteil der geförderten Kohle bei. Deutschland und andere internationale Partner der Ukraine haben zugesagt, den Transformationsprozess zum Kohleausstieg der Ukraine zu unterstützen. Erste Pilotprojekte wurden bereits identifiziert.

Dennoch wird der Transformationsprozess insbesondere die Kohleregionen im Westen und Osten der Ukraine vor erhebliche Herausforderungen stellen. Viele Kohlebergwerke befinden sich in um die Gruben entstandenen „Monotowns“ ohne nennenswerte andere Industriezweige; viele Minen befinden sich zudem in der Nähe des Konfliktgebietes im Donbass. Dennoch birgt die Kohletransformation auch substantielle ökonomische Chancen – von Ersparnissen im Staatshaushalt bis hin zu regionalen Wachstumschancen in zukunftsgerichteten Branchen. Um die ökologischen Vorteile voll auszuschöpfen, müssen auch die privat betriebenen Minen in den Ausstiegsprozess einbezogen werden.

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