Newsletter Ausgabe 142 | August 2020

Aktuelle Trends im ukrainischen Bankensektor

Der ukrainische Bankensektor hat in den letzten Jahren einen Prozess tiefgreifender und umfassender Reformen durchlaufen. Infolgedessen sank die Zahl der Banken deutlich auf aktuell 74, gegenüber 180 im Jahr 2013. Die Bankaktiva haben absolut gesehen etwas zugenommen, jedoch langsamer als das nominale BIP. Daher ist der Bankensektor mit 21% des BIP relativ zurückgegangen und bleibt im regionalen Vergleich klein. Die Reform des Bankensektors beinhaltete die Verstaatlichung der Privatbank, des Marktführers mit einem Marktanteil von 28%, und führte zu einer Dominanz staatlicher Banken, die 59% der Aktiva halten. Die Reformen trugen auch zur Verbesserung der Eigenkapitalquoten bei, stärkten damit die Widerstandsfähigkeit und unterstützten die Rentabilität des Sektors. Infolgedessen sind die ukrainischen Banken auf die negativen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie deutlich besser vorbereitet als in der Vergangenheit.

Dennoch bleibt der hohe Anteil notleidender Kredite ein Risiko. Auch wenn der Anteil seit 2017 allmählich zurückgegangen ist, bleibt er im Vergleich zu anderen Ländern auf einem sehr hohen Niveau. Die weitere deutliche Reduzierung des Anteils notleidender Kredite und die Wahrung der Unabhängigkeit der Nationalbank sind zwei Schlüsselprioritäten im Rahmen des aktuellen IWF-Abkommens.

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