Newsletter Ausgabe 135 | Januar 2020

Das neue russisch-ukrainische Gasabkommen

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über den Gastransit wurden letztendlich erfolgreich abgeschlossen: Durch eine ganze Reihe von Vereinbarungen wurde festgelegt, dass russisches Gas für die nächsten fünf Jahre im Umfang von ungefähr der Hälfte der durchschnittlichen Liefermengen der letzten fünf Jahre durch die Ukraine transportiert werden kann. Verschiedene Faktoren hatten diese Vereinbarung ermöglicht: Der erfolgreiche Entflechtungsprozess bei Naftogaz in einem Rennen gegen die Zeit, der Fokus der Ukraine auf kurzfristige Gewinne und der russische Wille, sich dem Urteil des Stockholmer Schiedsgerichts zu beugen. Angesichts der Sanktionen der USA gegen Nord Stream 2 entstanden in Russland Zweifel bezüglich der Öffnung dieser Alternativroute. Vielmehr sah sich das Land zu einem deutlich längerfristigen und umfangreicheren Abkommen mit der Ukraine gezwungen als ursprünglich beabsichtigt. Zwei weitere Fragen bleiben noch offen: Mögliche Direktlieferungen von Gazprom an die Ukraine und das Schicksal der Yamal-Europa Transitpipeline.

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