Newsletter Ausgabe 134 | Dezember 2019

Arbeitsmigration aus der Ukraine – Fluch oder Segen?

Seit 2014 hat sich die Struktur der Arbeitsmigration aus der Ukraine tiefgreifend verändert. Das Ziel der Migrationsbewegungen hat sich von Ost nach West verlagert; insgesamt hat sich die Migration verstärkt. Wir schätzen die Anzahl der Arbeitsmigranten aus der Ukraine zu Beginn 2017 auf mindestens 2 Millionen. Von diesen befanden sich mindestens 500.000 in Polen. Diese Zahl stieg während 2017 und 2018 weiter um ca. 200.000 pro Jahr. Die Rücküberweisungen (Remittances) von Migranten in die Ukraine betrugen 2018 ca. 11 Mrd. USD, ca. 8% des BIP.

Migration kann sowohl positive als auch negative ökonomische Auswirkungen haben: Positiv, da Migranten Haushalte mit ihren Rücküberweisungen unterstützen und in Krisenzeiten Druck vom Arbeitsmarkt nehmen. Jedoch kann Migration durch eine reale Aufwertung der Währung auch zu einer „Dutch disease“, einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, führen. Trotz eines starken Anstiegs der Löhne seit 2015 gibt es noch keine Anzeichen einer Dutch disease und die Beschäftigung in der Ukraine ist leicht gestiegen. Eine weitere, stetige Emigration würde jedoch auf Dauer zu einer „Dutch disease“ und weiteren Problemen wie etwa Finanzierungslücken bei der Rente führen.

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