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Carolin Busch, Dr. Ricardo Giucci

Moldaus Gaskrise: Die Zeiten des billigen Gases sind vorbei

Der Gasvertrag zwischen Gazprom und Moldovagaz lief September 2021 aus. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag waren schwierig, auch wegen der hohen internationalen Gaspreise, aber schließlich wurde eine Einigung erzielt. Der neue Preis, der an internationale Öl- und Gaspreise gekoppelt ist, wird wahrscheinlich viel höher sein als in der Vergangenheit.

  • Moldau
NL 68 | November-Dezember 2021
Energie und Klima

Während Moldau 2020 durchschnittlich 149 USD/tcm zahlte, wird sich der Importpreis bis September 2022 auf rund 565 USD/tcm belaufen. Das Land steht also vor einem schweren Gaspreisschock, der Maßnahmen der Regierung erfordert. Unserer Ansicht nach sollten sich diese auf die privaten Haushalte statt auf Unternehmen konzentrieren: Die Energieintensität der Industrie ist eher begrenzt, da es keine Schwerindustrie gibt. Außerdem sollte man sich auf die sozial schwachen Haushalte fokussieren. Für diese Heizperiode konnte die Regierung kein System zielgerichteter Subventionen einführen. Erste Schritte zur Einführung eines solchen Systems für die nächste Heizperiode sollten jedoch unverzüglich beginnen.

Neben Subventionen erfordert der Gaspreisschock tiefgreifende Strukturreformen im Energiesektor. Moldau muss seine Gas- und Stromversorgung diversifizieren, die Energieeffizienz steigern und Investitionen in erneuerbare Energien anziehen. Die Zeiten des billigen Gases sind vorbei, und das Land muss sich an die neue Realität anpassen.

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