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Dr. Alexander Knuth, Robert Kirchner

Die Wirtschaftslage zur Jahresmitte: Licht am Ende des Tunnels

Es scheint etwas Bewegung in die belarussische Wirtschaft zu kommen: Nachdem im Vorjahr das reale BIP noch um 2,6% schrumpfte, nach -3,9% in 2015, überraschte das erste Quartal 2017 mit einem positiven Quartalsergebnis (0,3% im Vgl. zum Vj.). Insbesondere das produzierende Gewerbe profitierte von steigender Exportnachfrage.

  • Belarus
NL 46 | 2017
Makroökonomische Analysen und Prognosen

Die gestiegenen und stabilen Rohstoffpreise taten ein Übriges. Die sich abzeichnende Lösung des Öl- und Gaskonflikts mit Russland im April dieses Jahres scheint dabei weiteren positiven Rückenwind zu geben, belastete dieser Konflikt doch die entsprechenden Vergleichszeiträume im Vorjahr, insbesondere bei der für das Land so wichtigen Ölindustrie. Trotzdem wird für das Gesamtjahr 2017 noch ein weiteres Negativwachstum prognostiziert; zu schwach ist die Entwicklung der Inlandsnachfrage im Zuge des Rückgangs der Einkommen der Bevölkerung. Auch wenn spätestens im kommenden Jahr die Wirtschaft endlich wieder expandiert, sollte man sich vor zu großen Hoffnungen hüten. Das geringe Wachstum von dann 0,6% ist eher zyklisch bedingt; ein nachhaltiger substanzieller Wachstumstrend würde tiefgreifende Strukturreformen erfordern.

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