Newsletter Ausgabe 63 | Januar – Februar 2021

Nach Doppelschock: Wirtschaft erholt sich 2021

2020 war ein Jahr voller Herausforderungen für die moldauische Wirtschaft. Zusätzlich zu den Auswirkungen der Coronakrise war das Land von einer schweren Dürre im Agrarsektor betroffen. Auf Grundlage unseres makroökonomischen Modells schätzen wir für 2020 daher einen BIP-Rückgang von 6,7% − den stärksten Einbruch seit über einem Jahrzehnt. Dabei ist der Agrarsektor für ungefähr ein Drittel des BIP-Rückgangs verantwortlich. Neben der Landwirtschaft ist diese Rezession vor allem auf einen starken Einbruch des privaten Konsums zurückzuführen. Trotz Ankündigung einer Reihe konjunkturpolitischer Maßnahmen, gingen die öffentlichen Ausgaben im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr zurück, obwohl mehr Möglichkeiten zur externen Finanzierung in Form von Coronahilfe- und Notfallkrediten zur Verfügung standen. Dennoch prognostizieren wir für 2021 ein Wirtschaftswachstum von 4,5%, da Konsum und Investitionen anziehen werden. Gleichzeitig ist die politische Zukunft unsicher, nachdem Premierminister Ion Chicu zurückgetreten ist und eine Übergangsregierung ernannt wurde. In dieser Situation ist unklar, ob Moldau weitere externe Finanzierung durch ein neues IWF-Programm in Höhe von 558 Mio. USD erhalten wird.

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