Newsletter Ausgabe 34 | Mai- Juni 2020

Georgiens wirtschaftliche Lage im Lichte von Corona

Georgien wird von der Corona-Pandemie schwer getroffen werden. Während die wirtschaftlichen Fundamentaldaten vor der Krise gut waren, zeigen die Prognosen jetzt eine starke Verschlechterung. Am sichtbarsten wird dies am realen BIP-Wachstum: hier wird ein Vorzeichenwechsel von einer früheren Prognose von +4,3% auf -4,0% erwartet.

Der Lari erfuhr zu Beginn der Krise im März eine erhebliche Volatilität, hat sich aber seither bei etwa 3,00 GEL/USD stabilisiert, was zum Teil auf die Währungsverkäufe der Nationalbank (NBG) zurückzuführen ist. Es wird erwartet, dass die Inflation zum Jahresende 3,5% erreicht, was nur geringfügig über dem 3%-Ziel der NBG liegt.

Die Auswirkungen auf die Leistungsbilanz sind stärker ausgeprägt. Das Defizit wird nun voraussichtlich 11,3% des BIP erreichen, aufgrund von rückläufigen Exporten, Tourismuseinnahmen und Rücküberweisungen und damit mehr als doppelt so hoch sein wie vorher prognostiziert. Der Tourismussektor, der 8% des BIP ausmacht, wird einen starken Abschwung erleben. Es ist noch offen, ob zumindest einige Touristen während der Hauptsaison Juli und August ins Land kommen können.

Die öffentlichen Finanzen werden mit einem voraussichtlichen Defizit von 8,5% des BIP stark in Mitleidenschaft gezogen. Positiv zu vermerken ist, dass Georgien sich internationale Unterstützung sichern konnte, um das zusätzliche Defizit zu finanzieren. Dies schließt ein erweitertes IWF-Programm ein, von dem 200 Mio. USD für sofortige Budgethilfe zur Verfügung stehen.

Newsletter 34/2020 herunterladen