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Die 20.
Informationsveranstaltung mit dem BMWK: Unter dem Eindruck der Geopolitik

In der Woche vom 21.02.-25.02.2022 fand die 20. Informationsveranstaltung zur hochrangigen Regierungsberatung statt.

Aufgrund des kontinuierlichen Zuwachses an Projektländern, darunter jüngst Kosovo, wurde die Veranstaltung auf insgesamt drei Tage aufgeteilt und fand im Hybridformat statt. Wir durften zahlreiche Teilnehmer begrüßen.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung mit dem Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) stellt das German Economic Team die halbjährlich erstellten Wirtschaftsausblicke vor. Diese vermitteln einen ebenso konzisen wie kompakten Eindruck von der gesamtwirtschaftlichen Lage in den Beratungsländern und stellen aktuellen wirtschaftspolitischen Themen vor.

Die aktuellen Wirtschaftsausblicke finden Sie hier.

Die Moderation übernahm Frau Yildiz Götze, Referatsleiterin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Alle Teilnehmer standen unter dem Eindruck des Angriffs Russlands auf die Ukraine, die den wirtschaftlichen Schock durch die Corona-Pandemie gerade überwunden hatte und die zahlreiche Experten bereits auf dem Wege der wirtschaftlichen Gesundung sahen. Nicht allein die ökonomische Zukunft des Landes ist nun fundamental in Frage gestellt, sondern auch der Fortbestand als selbstständige Nation.

Abseits politischer Konfliktthemen ist die Lage in den Projektländern durch eine mehr oder weniger starke Erholung der Volkswirtschaften nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie gekennzeichnet. Besonders starke Zuwächse beim Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 konnten u.a. Armenien, Georgien, Moldau, Usbekistan sowie Kosovo verzeichnen. In einigen Projektländern spielen Rücküberweisungen durch Expats eine große Rolle im Wirtschaftsgeschehen – dazu zählen neben dem Kosovo auch Georgien und Armenien. Geopolitische Verwerfungen bergen allerdings weiterhin erhebliche Risiken für den wirtschaftlichen Aufschwung. Zu diesen Risiken zählen Währungsturbulenzen sowie ein Anstieg der Risikoprämien auf Staatsanleihen, aber auch Störungen im zwischenstaatlichen Handel. Diese Risiken sind umso größer, je enger die regionalen Volkswirtschaften mit den Konfliktländern ökonomisch verflochten sind. Hierbei ist das Risikopotential im Falle einer fortschreitenden Eskalation für fast alle Projektländer erheblich.

In Belarus hingegen war das Wachstum im vergangenen Jahr mit 2,3% vergleichsweise gering, wenn auch stärker als in den vorangegangenen Jahren. Hierbei setzt sich ein Trend fort, der die Entwicklung bereits seit geraumer Zeit bestimmt – ein eher schwaches Wachstum, das durch verschleppte Reformen sowie strukturelle Probleme gehemmt wird. Darüber hinaus belasten westliche Sanktionen die belarussische Volkswirtschaft zusätzlich.

Erfreulich entwickeln sich in einigen Ländern echte Zukunftssektoren, wie der IT-Sektor. Hier weist insbesondere die Ukraine enormes Potential auf. Ansonsten standen vorwiegend länderspezifische Themen, Entwicklungen und Problemfelder auf dem Programm.

Die Unterabteilungsleiter Dr. Andreas Nicolin sowie Dr. Heinz Hetmeier sprachen jeweils einleitende Grußworte.