Makroökonomische Folgen der Corona Krise – Gemeinsame Tagung der drei OAOEV-Arbeitskreise Ukraine, Belarus und Südlicher Kaukasus

Anlässlich der gemeinsamen Video-Tagung der drei OAOEV-Arbeitskreise Ukraine, Belarus und Südlicher Kaukasus am 26.03.2020 präsentierte Ricardo Giucci einen Überblick zu den makroökonomischen Folgen der Corona-Krise für die Region.

Zu erwarten sei ein massiver Rückgang des BIP und Abwertungen der Landeswährungen, die sich zusätzlich negativ auf die deutschen Exporte auswirken, sagte Giucci. Wichtig seien internationale Finanzhilfen etwa vom IWF. Er warnte davor, dass es in den Ländern an den administrativen und institutionellen Voraussetzungen für mögliche Instrumente, wie Kredite und Zuschüsse an Firmen, fehle.

Die Ukraine, Belarus, Georgien und Armenien würden von mehreren externen Schocks getroffen, insbesondere vom Einbruch der Exportnachfrage, dem Rückgang der Heimatüberweisungen von Gastarbeitern, Grenzsperrungen und der Abwertung der Landeswährungen.

Ukraine: die ukrainische Währung habe im März 13% an Wert verloren, es drohe ein hohes Doppeldefizit in Haushalt und Leistungsbilanz und ein BIP-Einbruch von mindestens 4%, sagte Giucci. Das Land brauche dringend ein IWF-Programm.

Belarus: Die Lage von Belarus, bewertete Giucci als noch schwieriger. Gründe hierfür seien der Streit mit Russland um Öllieferungen, der sinkende Ölpreis sowie die dürftigen Beziehungen zu internationalen Finanzinstitutionen.

Armenien und Georgien: Etwas günstiger sieht Giucci die Situation in Georgien und Armenien, da beide Länder über gute Beziehungen zum IWF verfügten. Kritisch seien hier der Rückgang des Tourismus und die sinkenden Rücküberweisungen aus dem Ausland, die allein etwa 12% der Wirtschaftsleistung ausmachen. Giucci berichtete, dass die Regierung in Georgien mit sektoralen Maßnahmen, darunter einer Umsatzsteuerentlastung, reagiert habe. Außerdem würden die Banken eigene Maßnahmen ergreifen und Zins- und Tilgungszahlungen stunden.

In der abschließenden Diskussion zur Veranstaltung wurde deutlich, dass die Krise die Regierungen, Unternehmen und Gesellschaften in der Region mit vielfältigen, miteinander verknüpften Problemen konfrontiert und nicht alle Länder dafür gerüstet sind.

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