Wirtschaftsausblick Ausgabe 12 | Juni 2020

Überblick

  • Die Wirtschaft wird 2020 aufgrund der Coronakrise um 6,0% schrumpfen; Anstieg des realen BIP in 2021 um 3,5%
  • Die negative Entwicklung ist hautsächlich externer Natur, wobei Probleme im Ölhandel mit Russland und global niedrige Energiepreise den Schock verstärken. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern sind die inländischen Eindämmungsmaßnahmen eher schwach ausgestaltet
  • Inflation bleibt unter Kontrolle (2020: 6,5%) und Nationalbank senkt den Leitzins erneut. Reallöhne steigen im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen weiter an
  • Alle genannten Faktoren belasten den Haushalt: Der Saldo wird sich 2020 deutlich auf -4,6% des BIP verschlechtern. Infolgedessen starker Anstieg der Schuldenquote (59,6% des BIP)
  • Signifikante Abwertung des Wechselkurses über 5M 2020 (-14,5%) zwang die Regierung zum Verkauf von Währungsreserven (aktuell: 7,9 Mrd. USD); Importdeckung sinkt auf 2,6 Monate
  • Leistungsbilanzdefizit wird 2020 ansteigen (-2,9% des BIP); leichte Verbesserung in 2021 (-2,5%)
  • Außenhandel geht 2020 infolge der Coronakrise, des Energiestreits mit Russland und der niedrigen Energiepreise zurück; sowohl Exporte (4M 2020: -19,1%) als auch Importe (-20,6%) sehr schwach

Special topics

  • Russisches Steuermanöver. Schrittweiser Verlust des günstigen Zugangs zu russischen Ölimporten stellt Haushalt und Leistungsbilanz mittelfristig vor erhebliche Herausforderungen
  • Corona. Entwicklung der Fallzahlen, Eindämmungsmaßnahmen, wirtschaftliche Unterstützung, internationale finanzielle Unterstützung
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